dem Gunnar Weikamp seine Homepage stilisiertes Portrait

Eric Clapton live in Stuttgart

Permalink 23:51:58, Gunnar Email , 577 Wörter, 417 Ansichten

Meine Frau ist vernünftig. Manchmal zu vernünftig. Vollkommen unvernünftigerweise hat Sie mir jedoch zu Weihnachten sündhaft teure Konzertkarten zu Eric Clapton geschenkt. Den lieben wir dank seiner MTV Unplugged Session auch heiß und innig. So sehr, daß wir außer der CD auch noch die Video DVD in bestem Klang erworben haben.

Und heute war es soweit das wir uns auf den Weg zu Clapton machten. Kurz vor Bad Cannstatt, am Eingang des Berger Tunnels stockte dann auch der Verkehr. Da half auch das zur WM angeschaffte Parkleitsystem nicht wirklich weiter.

Anfahrt zu Eric Clapton

Irgendwann hatten wir es jedoch geschafft und sind in die Porsche Arena gelangt. Seit wann das so heißt weiß ich nicht, ich finde es auch ehrlich gesagt dämlich das jede Halle und jedes Stadion jetzt von einer namensgebenden Firma gesponsert wird, aber egal. In der alteerwürdigen Schleyerhalle fanden wir uns dann nach viel Schlange stehen ein und um ca. 20:00 Uhr ging es los. Mit der Robert Cray Band als Vorgruppe. Was soll man sagen? Extatischer, emotionsgeladener Blues. Ein klarer Fall für meine Amazon Wishlist.

So gegen 21:00 Uhr kam dann der Meister auf die Bühne um sein neustes Machwerk "Back Home" zu präsentieren. Nun, ordentlicher Blues Rock mit einem jungen Gitarristen (Derek Trucks) der wohl Erics nachfolger werden wird. Zumindest hatte man den Eindruck als man sah wie sich der Meister und sein Schüler immer wieder gegenseitig Riffs und Licks zuschoben und darüber wie es schien spielerisch improvisierten. Auch die Klassiker waren dabei, lediglich "Tears in Heaven" haben wir vermisst. Bedenkt man jedoch das Clapton dieses Stück nach dem tragischen Unfalltod seines Sohnes schrieb scheint es mehr als verständlich dies einschneidende Ereigniss nicht immer wieder aufwärmen zu wollen.

Um ca. 23:15 waren dann auch die Zugaben (zu denen auch Robert Cray nochmals auf die Bühne kam) vorbei und wir waren auf dem Weg nach Hause. Ging auch wesentlich schneller als die Heimfahrt obgleich die Stuttgarter Polizei meinte den Verkehr nicht über die B14 abzuleiten sondern uns in weitem Bogen auf die B10 führte die wir dann wählten um über die Fildern heimzugelangen.

Doch nicht alles war Sonnenschein. Der Sound war, zumindest dort wo wir hockten nämlich etwas rechts vor der Bühne, gelinde gesagt schlecht abgemixt. Die Höhen kamen verzerrt an und das war beim Gitarrengefiddel und dem Background einfach nicht wirklich zuträglich. Vielleicht haben wir auch etwas mehr im Stile des legendären Unplugged Albums erwartet, aber auch hier wurden wir nicht ganz enttäuscht, einige wunderbare stille Titel waren auch in der Setlist.

Auch waren die allgegenwärtigen Ordner die das Publikum sehr genau beobachteten alles andere als angenehm. Wir waren da zum Musikhören, nicht zu irgendwelchen Schandtaten. Auch wurden ständig Leute auf Bahren herausgetragen. Lag es am hohen Durschnittsalter der Besucher, lag es an der stickigen Atmosphäre in der Schleyerhalle? Keine Ahnung. Aber sogar in der Pause nach Robert Cray und vor Eric Clapton waren die Bahren unterwegs.

Nichtsdestotrotz war der Abend ein einmaliges Erlebnis (und weil es so schön war habe ich noch ein Bild von der Bühne gemacht:

Eric Clapton live in Stuttgart

Man kann zwar nix erkennen (alles andere wäre wahrscheinlich ein lizenzrechtliches Problem), aber es geht ja nur darum einen Eindruck von dem zu geben, was wir erleben durften. Danke, Frauchen für dieses wunderbare Geschenk und Danke, Robert und Eric und Co. für diesen schönen Abend.

 

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