dem Gunnar Weikamp seine Homepage stilisiertes Portrait

Domaingrabber übernimmt Kundendomain

Permalink 16:33:27, Gunnar Email , 487 Wörter, 1406 Ansichten

Domaingrabber sind ja seit Anbeginn des Internets allgegenwärtig. Man erinnere sich an spektakuläre Verkäufe von Firmendomainnamen da die Firmen es verpasst hatten sich die eigene Domain zu registrieren. Heute hat sich die Lage zwar massiv geändert und man hat wenn man eine Domain hat das große Nachsehen wenn eine Firma die auf einmal will, aber das Domainrecht ist und bleibt interessant und nicht einschätzbar.

Nun ist es vor zwei Tagen passiert das einer meiner Kunden, eine kleine Firma in Stuttgart die mit dem Ausland intensiv zusammenarbeitet und per Sype kommuniziert Opfer einer Domainübernahme wurde.

Am Anfang stand, das der Kunde nicht mehr per Skype über sein Linksys Skype Telefon telefonieren konnte. Scheinbar war das Passwort falsch. Dies lag entweder am falschen Passwort oder aber daran, das sich bei der Skype Anmeldung nach dem vor einigen Tagen vermeldeten Hacks des Skype Protokolls etwas geändert hatte. Wie auch immer. Telefonisch versuchten wir uns das Skype Passwort neu zu generieren und zusenden zu lassen. Doch die Mail kam nie an. Und das obwohl die hinterlegte Mailadresse an eine eigene Domain ging die auf das T-Online Postfach weitergeleitet wurde.

Wieder im Büro angekommen steuerte ich die zwar vollkommen veraltete Internetseite der Firma an, da ich die Telefonnummer gerade nicht zur Hand hatte. Und da klärte sich das Ganze auch auf: Die Domain zeigte inzwischen auf eine Pseudo Portal Seite eines Domaingrabbers. Die Email von Skype konnte also mangels Domain nicht mehr ankommen.

Ein WhoIS ergab dann auch ein vertraut verschachteltes Bild:

- Der Inhaber der Domain war eine Limited die in Leipzig hockte, allerdings ohne Angabe von Kommunikationsdaten.

- Der Admin-C der Domainvollmacht hatte saß in Bulgarien, natürlich ohne Kommunikationsdaten.

- Der Tech-C schließlich ist in England eingetragen. Inklusive einer Email Adresse @gmx.de

Das Konstrukt ist von daher interressant als das man den Admin-C schwer rechtlich belangen kann da dieser ja mit seinem Sitz in Bulgarien nicht innerhalb der EU sitzt.

Ein Traceroute und eine Abfrage des Netzes ergab dann das die neue Seite in Potsdam gehostet wird. Also wieder jemand greifbares, glücklicherweise.

Das Problem an sich entstand dadurch das die Firma die veraltete Webseite loswerden wollte und deshalb beim Hoster kündigte. Dieser hatte dann auch alsgleich die Domain freigegeben die der Domaingrabber gerne übernahm. Dummerweise hatte die Firma nicht realisert das damit auch die Emailadresse verloren geht. Der neue Inhaber erhält nun auch alle, unter Umständen vertraulichen, Emails. Denn sowohl Emailadresse als auch Website waren den Kunden bekannt.

Da die Firma seit 1980 eingetragen ist stehen die Chancen nun nicht schlecht die Domain wiederzuerlangen. Ich werde mich diesnbezüglich mal mit dem Denic in Verbindung setzen und die Chancen abklappern.

Bis dahin heißt es natürlich erst mal abwarten und beim nächsten Mal vielleicht doch jemanden fragen der sich auskennt. Denn so transparent ist es einem Kunden nicht was Webseite, Email und Domain bedeutet. Leider.

 

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