dem Gunnar Weikamp seine Homepage stilisiertes Portrait

Mainboarddefekt im Hauptserver

Permalink 20:57:25, Gunnar Email , 463 Wörter, 3017 Ansichten

Es ist Sonntag, das Wetter ist schön. Also sollte man das nutzen. Allerdings will ich noch kurz eine RAM Erweiterung im zentralen Homeserver machen da das Windows in der virtuellen Maschine einfach zu langsam ist. Gesagt, getan. Server heruntergefahren und abgeschaltet. RAM eingebaut. Server eingeschaltet.

Nach ein paar Minuten dann mal geschaut ob alles wieder geht. Und es ging nix. Noch ein paar Minuten gewartet, es geht immer noch nix. Irgendwann den Server mal aus dem Keller geholt und angeschlossen. Nach diversen Tests mußte ich feststellen das die Kiste tot war. Nun war Panik angesagt, ohne den zentralen Server ging nix mehr, keine Videoaufzeichnungen, kein Internet, kein garnix.

Da ich vor einigen Tagen erst meinen Arbeitsplatzrechner gegen ein Notebook ausgetauscht hatte war auch noch ein entsprechendes P4 Board übrig. Aber auf der Datenpartition (ein RAID Stripe) lagen noch 200 MB Daten. Diese wollten vor dem Umbau noch auf eine andere Platte kopiert werden. Also gut, möge das Kopieren beginnen.

Stunden später war es dann soweit, die Daten waren kopiert das Mainboard konnte umgebaut werden. Das war auch relativ schnell erledigt. Dann Server eingeschaltet und Crash. Beim Hochfahren der virtualisierten VMWare Server schmierte der Rechner ab. Also Recovery Modus von Debian gestartet den VMWare start unterbunden und nochmals neu gestartet.

Das Problem war das die Netzwerkkarte (Realtek 8169, Kernelmodul r8169.ko) beim Starten nicht richtig initialisiert wurde. Kurioserweise lief auf diesem Board aber eins ein Kubuntu mit dem gleichen Kernel wie bei Debian, ein 2.6.18. Ein Test mit Knoppix 5.2 initialisierte die Netzwerkkarte auch nicht, eine Platte aus dem ehemaligen Arbeitsplatz jedoch schon. Faszinierend oder nein, eher ärgerlich. Noch einige Zeit später fiel mir dann auf das ich das Modul bei gestartetem Linux nur entladen mußte und mit modprobe neu laden mußte dann wurde ein per ACPI ein Interrupt zugewiesen und alles klappte. Warum das beim automatischen Laden nicht funktionierte weiß ich nicht, Interrupts sollten genügend frei sein, denn schließlich sind alle nicht benötigten Interfaces (Seriell, Audio, USB usw) per BIOS deaktiviert.

Nachdem mir Google mit dem Board (ein MSI Platinium sonstwas P4 Board) und dem Problem auch nicht weiterhalf habe ich kurzerhand die /etc/init.d/network überarbeitet das beim Starten des Netzwerkes das Modul erst entladen und dann neu geladen wird. Mit diesem häßlichen Trick funktionierte dann alles, Rechner neu gestartet, RAID Synchronisation der Spiegelung laufen lassen, erst mal läuft wieder alles, aber mit viel mehr Speicher. Das eigenliche Problem das meine Lexware Buchhaltungssoftware extrem langsam ist hat sich allerdings nicht merklich geändert, der Flaschenhals bleibt wohl die Plattenperformance des virtualisierten Windows.

Sieben Stunden später war das schöne Wetter vorbei. In den April geschickt hat mich niemand. Nur dieser doofe defekte Server hat mir einen unvergesslichen 1. April bereitet. Mist aber auch...

 

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